Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat ein neues digitales Tool angekündigt, um Hass und Polarisierung in sozialen Medien zu erfassen. Das System erhält den Namen HODIO, was für „Huella del Odio y la Polarización“ steht. Mit diesem Instrument will die Regierung besser verstehen, wie sich hasserfüllte Nachrichten online verbreiten und welche Auswirkungen sie auf die Gesellschaft haben.
Laut Sánchez sorgt die Zunahme aggressiver und diskriminierender Beiträge im Internet für mehr Spaltung in der Gesellschaft. Durch die systematische Messung und Analyse dieser Beiträge will die Regierung das Problem sichtbarer machen und gezielter angehen. Der Ministerpräsident vergleicht dies mit dem CO2-Fußabdruck: Sobald etwas messbar wird, lässt es sich auch besser bekämpfen.
Das Tool analysiert das Vorkommen, die Verbreitung und die Auswirkungen von Hassinhalten auf Plattformen wie X, Facebook, TikTok, Instagram und YouTube. Das Projekt wird über das Observatorium für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Spanien durchgeführt. Dabei werden sowohl künstliche Intelligenz als auch menschliche Experten eingesetzt, um die Daten zu bewerten.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist Transparenz. Die Ergebnisse der Analysen werden veröffentlicht, damit sichtbar wird, welche Plattformen wirksam gegen Hass vorgehen und welche Unternehmen nach Ansicht der Regierung zu wenig tun, um solche Inhalte einzudämmen.
Die Ankündigung ist Teil einer umfassenderen Strategie der spanischen Regierung, soziale Medien strenger zu regulieren. So arbeitet die Regierung auch an Plänen, Jugendlichen unter 16 Jahren keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken zu gewähren und Technologieunternehmen mehr Verantwortung für illegale oder schädliche Inhalte zu übertragen.
Laut Sánchez verdienen einige Plattformen Geld mit polarisierenden Inhalten, da Algorithmen solche Beiträge oft besonders sichtbar machen. Mit dem neuen Tool will die Regierung Druck auf diese Unternehmen ausüben, damit sie ihre Systeme anpassen und besser überwachen, was online verbreitet wird.
Quelle: Agenturen





